Nabelbruch
Sonstige
ambulant operable Krankheitsbilder


Der Nabelbruch (Hernia umbilicalis)

Der Nabelbruch (Hernia umbilicalis) macht etwa 5 - 8% aller Bauchwandbrüche aus, welche zur operativen Therapie gelangen. Der Großteil davon ist bereits im Kindesalter vorhanden und sollte bis zur Einschulung operiert werden, um gefürchteten Komplikationen, insbesondere der Brucheinklemmung mit der dann notwendigen Notfalloperation vorzubeugen. Hierzu stehen standardisierte Verfahren mit guten Heilungsaussichten und dauerhafter Rezidivfreiheit zur Verfügung.

Der Nabelbruch des Erwachsenen, der hauptsächlich bei fettleibigen Patienten durch den erhöhten Bauchbinnendruck auftritt, sollte ebenfalls grundsätzlich operiert werden. Beim kindlichen Nabelbruch ist die Operation nach Spitzy etabliert und bereitet kaum Probleme. Die herkömmliche Art des operativen Bruchverschluß des Erwachsenen (Stoß-auf-Stoß-Naht, sog. Fasziendopplung nach Mayo, Netzplastiken), welche immer mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Schnittfreilegung des Nabelgrundes einhergeht, birgt folgende Risiken:

  • Wundheilungsstörungen
  • Untergang der Nabelhaut (Nabelnekrose)
  • Rezidive (erneuter Bruch) und somit langwierige und wiederholte Arbeitsunfähigkeit
  • Thrombose/Embolie

Bestärkt durch die sehr guten Erfahrungen mit der hier entstandenen laparoskopischen Therapie des Leistenbruchs nach MEYER (Trans- Abdominell Prä-Peritoneal = TAPP) bei über 1400 Patienten in sieben Jahren, haben wir ein Verfahren entwickelt, das den sicheren und dauerhaften Verschluß der Nabelhernie mit der komplikationsarmen Wundheilung verbindet:

Laparokopischer Nahtverschluß der Hernia umbilicalis mit Mesh-Sublay

OP-Technik
Der Eingriff wird grundsätzlich in Allgemeinnarkose in Rückenlage des Patienten durchgeführt. Nachdem der Bauchbinnenraum wie zu jeder anderen Bauchspiegelung auch mit einem CO2-Gas aufgefüllt wurde, werden drei Trokare (wiederverwendbare Metallhülsen) mit einem Maximaldurchmesser von 1cm durch die linksseitigen Bauchdecken eingebracht. Unter Kontrolle einer Videokamera, welche in einem dieser Trokare sitzt, erfolgt sodann die gesamte Operation im Bauchinneren. Zunächst Einkerben des Bauchfells, welches die hintere Bauchdecke wie ein Film bedeckt, auf Höhe des Nabels.

Es kann dann soweit von der Bauchwand abgelöst werden, daß der Nabelbruch, welcher sich als rundes "Loch" in der Bauchdecke darstellt, vollständig eingesehen wird. Wenn der Bruch größer als 1cm ist, erfolgt zunächst der Nahtverschluß mit der sog. "Ahle-Technik". Dabei werden über winzige Stiche durch die Bauchaut kräftige, nicht auflösende Nähte durch die Begrenzung des Bruchs gebracht und verknotet.  Dadurch  gelingt  ein  Verschluß  der Bruchlücke. Sodann wird ein Synthetiknetz (Polypropylen-Mesh), welches sich mittlerweile vielfach in der Hernienchirurgie bewährt hat, durch ein Trokar in den Bauch eingebracht und ebenfalls mit Ahle-Nähten hinter der Nahtreihe bzw. Nabelbruchlücke an der hinteren Bauchwand befestigt. Das Mesh bedeckt den Bruch dann wie ein Vorhang. Abschließend erfolgt - wiederum mit Ahle-Nähten - der Verschluß des Bauchfells und die Operation endet mit Entfernung der Trokare.



Abb. 1 und 2 OP-Ansichten

Vorteile dieser Operationstechnik sind:
  • Dauerhafter Bruchverschluß,
  • wenig Wundheilungsstörungen,
  • rasche Mobilisierung durch frühzeitiges Aufstehen,
  • wenig Schmerzen,
  • geringe Thrombose-/Emboliegefahr,
  • kurzer Krankenhausaufenthalt,
  • schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit,
  • gutes kosmetisches Ergebnis.

Die bisherigen Ergebnisse der laparoskopischen Nabelhernientherapie sind sehr ermutigend und machen diese Operationstechnik zur ernstzunehmenden Alternative zu herkömmlichen Verfahren.

 



Abb. 3 postoperativer Situs
vor dem Verbinden